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Rosemarie

Erhard Fappani schrieb am 9. Februar 1988 über seine Ehefrau:

„Schon in der Schule war Rosemaries Lieblingsfach das Malen und Zeichnen. Keramik und Porzellanmalereien folgten, dann Schaufensterdekorationen. Zu malen begann sie 1970. Diese Arbeiten waren schon erstaunlich eigenständig, (meistens Aquarelle und Pastelle), in realer und abstrahierter Art. 1975 begann Rosemarie Fappani mit dem ersten „Sinnbild des Lebens“. Es wurde ein stufenförmiges Dreieck. Die einzelnen Stufen waren durch Farbfelder gekennzeichnet.

Farbe und Geometrie
In der Folge entstanden viele solcher Lebenssinnbilder als geometrische Abstraktionen. Es sind diese abgestuften Farbfelder, welche die Form des Sinnbildes mitbestimmen. Ihre Werke künden von Höhen und Tiefpunkten im Leben. Rosemarie stellt auf diese Art Kampf, Frieden, Verzicht, Versöhnung dar. Es sind alles sehr ausgewogene Kompositionen in Acryl auf Leinwand oder in Pastell. Dem Aufbau durch Farbfelder (Rot, Orange, Gelb im Gegensatz zu Blautönen etc) blieb Rosemarie Fappani treu.

1980 weitete die Künstlerin das Thema aus. Sie malte geknickte, kubenförmige, schwebende Körper „Ablösung“. Hier geht es um Leben und Tod in der Schwebe. Alle diese Bilder entstanden in der Folge einer starken Krise ihres Mannes. Einige Bilder jener Zeit bestehen aus Ballungen dieser geknickten Körper. „Mit Abwehrstellung des Igels“, oder in der Jetztzeit, „Panzersperre“.

1981 wurde die Säulenmalerei abgelöst durch äusserst anspruchsvolle Werke auf der alten Basis. Rosemarie malte in Acryl und Aquarell quadratische, sich überlappende Farbfelder. „Suche nach geordnetem Leben, nach Geborgenheit“. Ein beachtlicher Teil ihrer Werke kam im Calfeisental zustande. (Wir haben beim Gigerwald seit 1972 ein Bergatelier und verbringen den Sommer dort oben im romantischen Calfeisental.) In jüngster Zeit schuf sie dort auch Berg- und Landschaftsaquarelle, ebenso Pastelle, die wiederum durch einen eigenständigen Stil geprägt sind.

Rosemarie Fappani ist im Aargau aufgewachsen. Sie hat im Gegensatz zu mir (Erhard Fappani, aufgewachsen im Gebirge in Schwanden Glarus) keine besonders starke Beziehung zum Gebirge, zur Gebirgswelt. Durch den Aufenthalt im Bergatelier, wo wir den Sommer verbringen, hat Rosemarie gelernt, die Berge und Naturereignisse zu beobachten und zu malen und dies in immer stärkerem Masse. Seit kurzem malt sie hier im Atelier in Maur im Anschluss an ihre Lebenssinnbilder, auch konkret. Wir wünschen ihr viel Erfolg und dass sie, Rosemarie Fappani, noch viele Jahre weiterschaffen kann!

Maur, der 9. Februar 1988,
Erhard Fappani “

Rosemarie Fappani starb am 20. Januar 1989.

Ausstellungen:

1982 Vättis
1987 Burg Maur
1987 Kunsthaus Glarus
1988 Galerie im Heiget Fehraltorf
1989 Galerie Art ACS Zürich
24.6. bis 31.10.1990 Bergrestaurant Schabell Elm
1997 Altes Bad Pfäfers